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Freitag, 6. November - Samstag, 12. Dezember 2009 Freitag, 6. November 2009, 20 Uhr: "Jeder Tag ein Gedicht". Präsentation und Lesung zum "Deutschen Lyrikkalender 2010". Ein Abend mit dem Herausgeber, Shafiq Naz, sowie mit Manfred Enzensperger, Klára Hurková, Hartwig Mauritz, Frank Milautzcki, Frank Schablewski, Christoph Wenzel und anderen. Es ist schon fast eine gute Tradition: Zum dritten Mal feiert der "Deutsche Lyrikkalender" seine deutschlandweite Premiere anlässlich der "Tage der Poesie" in Würselen. Auch in diesem Jahr hat Shafiq Naz wieder eine vorzügliche Auswahl aus der deutschsprachigen Poesie aller Epochen zusammengestellt, ein Spektrum, das kreuz und quer durch die Jahrhunderte von Rose Ausländer bis zu Walther von der Vogelweide und von Bettina von Arnim bis zu Uljana Wolf führt, und so ist abermals ein wunderbarer literarischer Wegbegleiter durchs Jahr entstanden, ein Tageskalender, der Heiteres so wenig ausspart wie die poetische Tiefgründigkeit. An diesem Abend lesen renommierte Dichterinnen und Dichter, die in der neuen Ausgabe selbst vertreten sind, neben den eigenen Versen Ihre ganz persönliche Gedicht-Auswahl aus dem Kalender, sodass diese Lesung ein ganz besonderes, unverwechselbares "Best-of" deutscher Dichtung bieten wird - sozusagen aus erster Hand. Sonntag, 22. November 2009, 20 Uhr: Youssouf Amine Elalamy: "Gestrandet". Deutsch-französische Lesung mit dem Gewinner des "Grand Prix Atlas Maroc". Nachdem der Roman zunächst in seinem Heimatland für Furore sorgte und der Autor damit zum neuen Stern der nordafrikanischen Literatur avancierte, hat Youssouf Amine Elalamys Roman "Gestrandet" nunmehr auch in der deutschen Übersetzung für einiges Aufsehen gesorgt. Youssouf Amine Elalamy erzählt in "Gestrandet" eine vermeintlich einfache Geschichte: Zwölf Männer und eine Frau machen sich auf den Weg, um illegal mit einem Boot von Marokko nach Europa zu gelangen. Jeder dieser Menschen hat seine eigenen Hoffnungen. Ein Schiffbruch jedoch macht sie alle zunichte. Wie in einem antiken Chor lässt der Autor die einzelnen Stimmen auftreten und ihr Schicksal, ihre Illusionen und Niederlagen in oft atemloser Heftigkeit vortragen. "Diese Schicksalhaftigkeit klingt laut und stark, oft mit Feuer geschrieben, manchmal mit Bissigkeit, aber stets mit poetischem Gefühl", schrieb der "Nouvel Observateur". Und die deutschen Feuilletons scheuten nicht davor zurück, die Eindringlichkeit dieses Werkes mit dem der Celan'schen "Todesfuge" zu vergleichen. Auf seiner Lesereise durch Deutschland macht Youssouf Amine Elalamy Station bei den "Tagen der Poesie" und liest aus dem französischen Originaltext, bevor Dontata Kinzelbach, die Verlegerin der deutschsprachigen Ausgabe, die Übersetzung zu Gehör bringen wird. Samstag, 5. Dezember 2009, 20 Uhr: Jahrestage deutscher Dichter - Ein literarischer Abend zu Ernst Meister, Max Hölzer, Michael Guttenbrunner und anderen. Dargeboten von Bernhard Albers, Gerd Kaminski, Reinhard Kiefer, Frank Schablewski und Rosemarie Zens. Im schnelllebigen Literaturbetrieb, der oftmals nur von Hype zu Hype jagt, werden sie inzwischen allzu leicht vergessen, diese "Jahrestage" großer deutscher Dichter. Dabei bot gerade das Jahr 2009 vielfältige Gelegenheiten, sich zu erinnern - nicht nur an den großen Friedrich Schiller. Unter der Fülle bemerkenswerter Jahrestage der neueren Literatur blickt dieser Abend zurück auf Ernst Meister, den die Literaturgeschichten unzweifelhaft zu den bedeutendsten Lyrikern des 20. Jahrhunders zählen, aber auch auf Max Hölzer, Michael Guttenbrunner und andere. Eine Lesung, die mit ihrem abwechslungsreichen Programm und ihren unterschiedlichen Stimmen einlädt zu Entdeckungen und Wieder-Entdeckungen bedeutender Literatur des 20. Jahrhunderts, die auch für unsere Tage etwas zu sagen hat, und deren Halbwertzeit die des Feuilletons von gestern um Lichtjahre übersteigt. Sonntag, 6. Dezember 2009, 20 Uhr: Rosemarie Zens: "Vom Gesetz der Währung". Erde, Wasser, Feuer, Luft: auf der Suche nach dem fünften Element. Rosemarie Zens gelingt es in ihrer Lyrik auf eindrucksvolle Weise, Brücken zu schlagen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, zwischen Psyche und Physis, zwischen gänzlich unterschiedlichen Dimensionen der menschlichen Existenz. Was schon der Lebenslauf der Autorin erahnen lässt - geboren 1944 in Bad Polzin, Studium der Biologie, der Geschichte, der Anglistik, Promotion; Tätigkeit als Lehrerin und Dozentin (u.a. in München, Düsseldorf und Berkeley), psychoanalytische Ausbildung in Zürich und Tätigkeit als Psychotherapeutin - bestätigt sich auf faszinierende Weise in ihrer Dichtung: Rosemarie Zens ist eine Wanderin zwischen den Welten, und ihre Dichtung ist auf unvergleichliche Weise gespeist von den vielfältigen und kenntnisreichen Einflüssen ihrer Existenz. Fünf Gedichtbände von ihrer Hand sind inzwischen erschienen. Bei den "Tagen der Poesie" liest Rosemarie Zens aus den beiden jüngsten, bei Rimbaud erschienenen Bänden - "Vom Gesetz der Währung" und "Eingeschrieben in Kohlenstoff": Gedichte, die mit gutem Grund als exemplarisch für die Möglichkeit gegenwärtigen lyrischen Schreibens angesehen werden können. Freitag, 11. Dezember 2009, 20 Uhr: "Versnetze_zwei". Präsentation und Lesung Mit dem Herausgeber Axel Kutsch sowie mit Jürgen Nendza, Amir Shaheen und Gerrit Wustmann Seit Jahrzehnten dokumentiert Axel Kutsch in seinen Anthologien mit größtem Engagement die Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsdichtung. In dem jüngst erschienenen Band "Versnetze_zwei" ist dem weitreichenden Spektrum der zeitgenössischen Poesie erneut auf feinsinnige Weise nachzuspüren. Neben den großen Namen bietet der Band abermals eine Fülle poetischer Neu-Entdeckungen und eröffnet auf diese Weise einen äußerst freundlichen Zugang zu den facettenreichen Landschaften der Poesie von heute. Neben dem mehrfach preisgekrönten Jürgen Nendza lesen bei dieser Präsentation zwei weitere Autoren, die längst auf ihre Weise im Lyrikbetrieb mitspielen: Amir Shaheen und Gerrit Wustmann. In der gemeinsamen Lesung präsentieren die Autoren neben ihren eigenen Anthologie-Beiträgen eine jeweils persönliche Auswahl aus "Versnetze_zwei", und so wird dieser Abend das vielfältige Spektrum der Gegenwartslyrik eindringlich für Augen führen, flankiert von einem ohne Zweifel aufschlussreichen Gespräch mit dem Herausgeber Axel Kutsch. Samstag, 12. Dezember 2009, 20 Uhr: Norbert Scheuer: "Überm Rauschen". Nicht zum ersten Mal ist der in Kall ansässige Erzähler Norbert Scheuer bei den "Tagen der Poesie" zu Gast, aber zum ersten Mal war seine Verpflichtung geradezu ein "Muss": Seit seiner Nominierung zum "Deutschen Buchpreis 2009" hat wohl auch der letzte Kulturfreund verstanden, was andere schon lange wussten, nämlich, dass Norbert Scheuer mit gutem Recht zu den vorzüglichsten Erzählern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gezählt werden darf. Anlässlich des Romans "Überm Rauschen", dessen Auszüge schon in Klagenfurt mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet worden waren, bevor die Endfassung auf die jüngste Shortlist des Deutschen Buchpreises wanderte, schrieb "Die Zeit": "Zum fünften Mal gelingt es Norbert Scheuer, den kleinen Ort Kall in der Eifel, durch den das Flüsschen Urfft fließt, literarisch zu einem stinknormalen und zugleich mythenschweren Ort zu machen. Am Ende vom Lied hat die Urfft die Wucht des Mississippi, und Kall ist Ithaka, Yoknapatawpha und Winesburg, Ohio in einem. So naiv erzählt Scheuer und so literatur- und weltklug, dass es eines dieser Verwandlungswunder ist, die nur die Kunst bewirkt." Die Lesung wird musikalisch kongenial begleitet durch den virtuosen Multi-Instrumentalisten Harald Claßen, sodass die Besucher an diesem Abend ein literarisch-musikalisches Gesamtkunstwerk in höchst sinnlicher Qualität genießen dürfen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Wir bitten aber um einen freiwilligen Kostenbeitrag. mit freundlicher Unterstützung unserer Sponsoren: VR-Bank e.G. - Restaurant Baran - Buchhandlung Schillings Blumendekorationen und Espressobar "Casa Verde" Rechtsanwaltskanzlei Reitz, Banzet und Steinbusch |
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