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Aachener Nachrichten online.de vom 27.11.2007

«Zeichen und Wunder» in Würselen

Würselen. Man schreibt das Jahr 1989. In einer Kneipe in Mainz sitzt eine Gruppe von Studenten
zusammen, die lachen, trinken und diskutieren. Über vieles, vor allem aber Literatur. Es wächst der
Gedanke, dass sie nicht nur bloß reden sollten.

Aus einem Bier werden zwei, dann drei und mehr, aber sie dürsten vor allem nach Taten. Diese lassen
Hubert Brunträger und seine Kommilitonen schließlich folgen. Sie gründen eine Zeitschrift für Literatur
und Kultur, der sie den Namen «Zeichen und Wunder» geben.

Der Name ist Programm - denn es grenzt tatsächlich an ein Wunder, dass das Heft 2007 noch existiert.
So sieht es jedenfalls der promovierte Autor und Journalist Brunträger, der über die Jahre
Herausgeber geblieben ist: «Es ist schon so, dass Zeitschriften in unserem Bereich sehr häufig nur
einige wenige Ausgaben überstehen. Insofern ist es ein sehr großes Lob, dass es uns immer noch
gibt.»

Im September dieses Jahres erschien die fünfzigste Ausgabe. Dies wurde nun im Kulturzentrum im
alten Würselener Rathaus entsprechend gefeiert. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Tage der
Poesie» organisierten Hubert Brunträger und drei weitere Herausgeber eine Lesung, bei der über eine
Stunde lang ein abwechslungsreicher Mix aus Gedichten, Kurzgeschichten und Essays geboten wurde.

Mal ernst, mal lustig, mal nachdenklich präsentierten die vier Literaten Texte der vergangenen zwei
Jahrzehnte. Unter ihnen auch Christoph Leisten, Autor und Lehrer aus Würselen. Ihm ist es zu
verdanken, dass das eigentlich in Frankfurt am Main beheimatete Heft «Zeichen und Wunder» in der
Düvelstadt sein Jubiläum feierte, denn Leisten ist Mitinitiator der «Tage der Poesie».

Dass der Lesung jedoch nicht allzuviele Gäste beiwohnten, überraschte ihn nicht besonders. So sprach
er offen zum Publikum: «Es spiegelt das Wesen einer Literaturzeitschrift wider, denn sie ist einfach
nicht für die breite Masse ausgelegt.»

Doch gerade die Konzentration auf eine Nischenposition scheint das Erfolgsrezept zu sein. «Zeichen
und Wunder» will eine Brücke bauen zwischen Experten wie Literaturwissenschaftlern und Autoren und
interessierten Laien. Dieser Anspruch wurde ebenso alle Jahre lang beibehalten wie eine klare,
übersichtliche Struktur.

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